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Chronik

Die Feuerwehr Nittel

Bis es in jeder Gemeinde eine Feuerwehr mit klar festgelegten Aufgaben gab, bedurfte es einer langen Entwicklung. Insbesondere die Feuerwehr Nittel durchlebte in den vergangenen beiden Jahrhunderten eine wechselhafte Geschichte. Ein genaues Gründungsdatum kann nicht festgelegt werden, es handelt sich vielmehr um eine langsame Entwicklung, die die Handschrift tragischer Ereignisse trägt. Als offizielles Gründungsjahr werden heute die Jahre 1883 oder 1884 angesehen. Doch schon lange vorher rüsteten sich die Nitteler Bürger für die Brandbekämpfung mit einer Brandwehr. Dokumente bestätigen deren Existenz bereits im Jahre 1743.

Der lange Weg bis zur Bildung einer Feuerwehr

Die ersten Entwicklungen hin zu einer Feuerwehr liegen über 260 Jahre zurück. Es ist bekannt, dass bereits im Jahre 1743 in einem Gebäude am Pfarrhaus eine Feuerspritze, ein dazu gehörender Schlauch, Ledereimer, eine Brandleiter und Brandhaken untergebracht waren. Die Brandbekämpfung lag im Aufgabenbereich des Pfarrers, der, aus heutiger Sicht betrachtet, der Leiter der Feuerwehr war. So wurde im Jahre 1822 der Pfarrer Mathias Mathieu als „Wehrmann“ bezeichnet. In diesem Jahr schlachtete in Grevenmacher ein Tagelöhner heimlich ein Schwein, da er so die Schlachtsteuer sparen wollte. Als er versuchte, die Borsten mit brennendem Stroh abzusengen, löste er einen Großbrand aus, bei dem 147 Häuser sowie viele Scheuen und Ställe vernichtet wurden. Beim Kampf gegen diese Feuersbrunst halfen auch Nitteler Bürger, allen voran der Pfarrer Mathias Mathieu. Dieser und Herr Peter Modert, ebenfalls aus Nittel, wurden für ihr vorbildliches Engagement sogar von König Wilhelm I der Niederlanden geehrt. 22 Jahre Später, am 30. September 1844, brach eine bis dahin beispiellose Katastrophe über Nittel hinein. In der Schule, die sich in der damaligen Wüstenstraße, heute Moselstraße, befand, brach ein Feuer aus. Erst kurz vorher wurde der Schulbetrieb wieder aufgenommen, da der Unterricht nur in den Wintermonaten stattfand. Während sich die Kinder in ihrem Unterrichtsraum im ersten Obergeschoss befanden, wurden sie von Passanten von der Straße mit dem Ruf „Feuer“ aufgeschreckt. Das mit Stroh bedeckte Dach stand binnen weniger Minuten lichterloh in Flammen. Panik machte sich unter den Kindern breit, da nur eine schmale Treppe ins Freie führte. Bei dem Gedrängel wurden zwei kleine Kinder getötet. Die Brandwehr konnte nur sehr langsam zur Hilfe kommen, da die Gerätschaften am Pfarrhaus gelagert wurden. Dieses tragische Ereignis hinterließ tiefe Wunden bei der Nitteler Bevölkerung, denen damit vor Augen geführt wurde, dass sie für einen solchen Notfall nicht vorbereitet waren. Die Konsequenz daraus war, dass die Geräte der Brandwehr ab sofort neben der Schule untergebracht wurden. Vor dem Hintergrund dieses Unglücks entwickelte sich die Feuerwehr zu einer straffer organisierten Institution, die eine zentralere Rolle in der Gemeindepolitik spielte. In den darauffolgenden Jahrzehnten gab es in Nittel einige Brandunglücke. Diese Schicksalsschläge führten oft zu einer Solidarität unter der Bevölkerung, wie sie heutzutage nur noch schwer vorstellbar ist. Materielle Unterstützung durch Mitbürger und die Gemeinde für in Not geratene Familien zeichnete das Gemeinschaftsleben aus. Oft zahlte die Gemeinde Geldbeträge und lieferte Holz aus dem Gemeindewald für den Wiederaufbau abgebrannter Häuser. Alleine im März 1848 entschied der Rat vier Familien Holz für den Wiederaufbau ihrer Häuser zukommen zu lassen. Beispielhaft sei auch die Sitzung des Gemeinderates vom 28. September 1850 genannt, bei der beschlossen wurde, den durch Brände geschädigten Einwohnern folgende Anzahl von Keffern aus dem Kiefernwald im Distrikt Metenburg zukommen zu lassen, damit diese vor dem hereinbrechenden Winter ihre Häuser reparieren konnten: Peter Etringer 120, Nikolaus Puhl 14, Mathias Gitzinger 50, Johann Schill 10, Heinrich Görgen jun. 40, Peter Kohn 80, Witwe des Peter Ley 80, Johann Steinmetz 12 und der Witwe des Anton Zimmer sen. 50. Zu Beginn des gleichen Jahres hatte die Gemeinde bereits einer Familie Görgen 200 Holzlatten aus den Gemeindewäldern für den Wiederaufbau ihres abgebrannten Daches zur Verfügung gestellt. Außerdem lieferte sie Holz für die Witwe des Thielmann Merkel, bei der es zwar nicht gebrannt hatte, der aber das Dach einfiel. Der Witwe fehlte das Geld, um das notwendige Holz zu kaufen. Aus solchen Berichten der Gemeinderatssitzungen geht hervor, dass es Mitte des 19. Jahrhunderts viele Brände in Nittel gab. Auch wenn es aus heutiger Sicht noch keine Feuerwehr gab, so existierten jedoch Gerätschaften zum Löschen. Bei der Brandbekämpfung half jeder, sofern er konnte. 1848 beschloss der Gemeinderat, Stephan Espen zwei Taler Belohnung zukommen zu lassen, da er bei einem Brand als erster mit seinen Pferden am „Spritzlokal“ eintraf. Gleiche Belohnung sollte von nun an jedem zukommen, der sich als erster mit seinen Pferden bei der Feuerspritze einfand. Im gleichen Jahr bestimmte die Gemeinde vier Männer, die die „Leitung der Feuerspritze“, sowohl bei vierteljährlichen Proben als auch bei Brandunglücken übernehmen sollten. Peter Blasius, Johann Peter Schettgen, Mathias Morth und Philipp Hengel waren die ersten vier beauftragten. 1865 brannte die Kapelle auf dem Nitteler Berg nach einem Blitzschlag und im Jahre 1869 leistete das „Pompier Corps“ aus Grevenmacher bei einem Brand in Nittel Hilfe. Bezeichnend ist, dass die Brandbekämpfer aus Grevenmacher wahrscheinlich schon damals eine Art Gebührenordnung hatten, da sie der Gemeinde für den Einsatz 110 „Frang“ (das entspricht 29 Thaler) in Rechung stellten. Im Jahre 1882 wurde beschlossen, dass die Feuerwehr Nittel eine amtliche Feuerwehr nach den Anordnungen und Erlassen der preußischen Staatsregierung werden sollte. Damit wurde der Weg zur Entwicklung der heutigen Feuerwehr geebnet.

1883 bis 1950: Die Entwicklung einer modernen Feuerwehr

Über das genaue Gründungsdatum der Freiwilligen Feuerwehr Nittel kann keine eindeutige Aussage getroffen werden. Mit den Beschlüssen von 1882, wonach die Feuerwehr Nittel eine amtliche Wehr sein sollte, wurde der Weg für die heutige Feuerwehr geebnet. Als Gründungsjahr wird häufig eines der beiden darauffolgenden Jahre, 1883 oder 1884, bezeichnet. Von diesem Zeitraum an kann eindeutig von einer Freiwilligen Feuerwehr in Nittel gesprochen werden. In den darauffolgenden Jahren festigten sich die Strukturen und die Einsätze häuften sich. Im Rahmen einer Gemeinderatssitzung vom 16. Februar 1897 wird erwähnt, dass die vorhanden Spritze schon sehr alt sei, und dass es nicht mehr lohne, „Normalgewinde“ anzubringen und den Schwanenhals zu beseitigen. Statt dessen fand man es wichtiger, 30 Meter Schlauch anzuschaffen. Am 23. Februar 1907 wütete ein heftiger Brand in der Scheune des Peter Michaeli, am 16. August 1912 brannten das Hause des Steinhauers Mathias Gorges und am 14. Juni 1921 das Haus des Mathias Leuck vollständig ab. Im Jahre 1920 zeichnete sich Johann Peter Mich in besonderer Weise bei den Löscharbeiten im Hause des Winzers Joh. Peter Gaspar aus. Da ihm bei diesem Einsatz ein Anzug im Wert von 465 Mark verbrannte, entschied die Gemeinde, ihm diese Kosten zu ersetzen. 1921 gab es mehrere Einsätze für die Feuerwehr, einer davon am 21. August, bei dem sogar die Wehren aus Wellen, Grevenmacher und Machtum zur Hilfe kamen.

Die Unterbringung der Feuerwehr neben der Schule war von Anfang an zu klein. Die Erinnerung der Bevölkerung an das schreckliche Ereignis von 1844 war jedoch so stark, dass man die Feuerspritze unbedingt in der Nähe der Schule wissen wollte und ab Mitte der 1910er Jahre fehlte der Gemeinde das Geld für ein neues Gebäude. Erst im Jahre 1925 errichtete man in der Nähe des Bahnhofs, in der heutigen Weinstraße, ein neues Spritzenhaus. Dieses Bauwerk hatte weitaus mehr Funktionen als das bloße Unterbringen der Feuerwehrgerätschaften. Es enthielt eine Arrestzelle, in der die Polizei Gefangene unterbringen konnte, bevor sie zu anderen Gefängnissen transportiert wurden, außerdem war das Gebäude eine Art Gemeindehotel, in dem in den Sommermonaten unter anderem Handwerksburschen, Landstreicher, herumziehende Scherenschleifer, Künstler oder Tropfflicker untergebracht werden konnten. Zu einer kontrovers geführten Debatte im Nitteler Gemeinderat führte im Jahre 1926 der Antrag der Feuerwehrmänner, mit Helmen und Gurten ausgerüstet zu werden. Am Ende stand eine Abstimmung mit Pattsituation, sechs Mitglieder sprachen sich für eine Bewilligung aus, sechs waren dagegen. Der Gemeindevorsteher gab mit seiner Stimme den Ausschlag zur Zustimmung. Im Jahre 1927 schließlich konnte sich der Gemeinderat auch zur Beschaffung von Uniformen für 400 Reichsmark durchringen. Außerdem erhielten die Feuerwehrmänner eine Unfallversicherung. 1929 wurde aufgrund einer Verfügung durch den Regierungspräsidenten ein Schlauchwagen angeschafft. Einen großen Einsatz hatte die Feuerwehr im Jahre 1942 als die Nachbargemeinde Wellen in den Kriegswirren mit Brandbomben angegriffen wurde. Die Feuerspritze wurde im Jahre 1944 von den amerikanischen Soldaten als Kriegsbeute bis nach Frankreich mitgenommen, von dort aus sollte sie in die USA verschifft werden. Als sie im Jahre 1946 in Cherbourg auftauchte, brachte sie die französische Besatzung zurück nach Nittel. Leider nahm sie 1950 ein unwürdiges Ende, sie wurde meistbietend verkauft und anschließend verschrottet.

1950 bis 2011: Feuerwehr als kommunale Hilfsorganisation

Im Jahre 1955 zog die Feuerwehr in ihr neues Spritzenhaus im Mühlenweg. 1972 erhielt die Gemeinde Nittel ihr erstes Feuerwehrauto, ein Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF). Mit der Gründung der Verbandsgemeinden Anfang der 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wurde die Feuerwehr Nittel eine Institution der Verbandsgemeinde (VG) Konz. Wegen der Anschaffung eines Tanklöschfahrzeuges 1978, war im Jahre 1983 endgültig ein neues Gebäude im Pflanzgarten notwenig. Hier befindet sich noch heute das Feuerwehrgerätehaus. 1987 konnte die technische Ausstattung gleich in doppelter Weise verbessert werden – das Schlauchboot wurde durch ein Aluminiumboot ersetzt, außerdem wurde das technische Repertoire um eine 18 Meter hohe Anhängeleiter erweitert. Im Jahre 1988 ersetzte das neue Tanklöschfahrzeug TLF 16/25 das alte TLF und 1993 kaufte die Verbandsgemeinde einen Rüstwagen (RW1), der bei der Feuerwehr Nittel stationiert wurde.  Im Jahre 2003 konnte der „Tag der offenen Tür“ mit einem neuen Mannschaftstransportfahrzeug mit Ladefläche (MTF-L) gefeiert werden. Die bisher jüngste Einweihung war 2008, dort erhielt  die Feuerwehr Nittel ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wassertank (TSF-W), dass das bisherige TSF ohne Wassertank ersetzt. Damit ist die Feuerwehr Nittel zum ersten Mal in ihrer Geschichte mit zwei wasserführenden Fahrzeugen ausgerüstet.

Die Namen der Wehrführer seit der Gründung sind nicht vollständig übermittelt. Bekannt sind Michael Hoffmann, Rudolph Förster, Mathias Apel, Johann Wietor, Otto Triesch, Johann Thiel-Adam, Johann Thiel, Peter Hurth, Josef Hemmerling, Hans-Leo Kimmer, Hans-Armin Scheuer, Peter Mich , Wolfgang Römerscheid und seit 2009 Mario Gaspar.

Technische und Personelle Ausrüstung

Die Feuerwehr Nittel besteht heute aus 36 freiwilligen Feuerwehrmännern und -frauen. Wehrführer ist Mario Gaspar, sein Stellvertreter ist Andreas Lauer, der den Zugführer übernimmt.  Frank Müller, Michael Mertes und  Boris Krebs haben die Funktion der Gruppenführer. Die genannten Personen stellen das Führungspersonal dar, leiten die Einsätze und bilden im Rahmen von Übungen die Feuerwehrmänner und -frauen aus.

Der Feuerwehr steht eine umfangreiche technische Ausstattung für viele verschiedene Einsatzbereiche zur Verfügung. Zur Brandbekämpfung dienen das Tanklöschfahrzeug (TLF) und das Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wasser (TSF-W). Während ein TSF zur Grundausstattung der meisten Feuerwehren gehören, existieren in der VG Konz nur zwei TLF, an den Standorten Konz und Nittel. Ein großer Vorteil wasserführender Fahrzeuge ist, dass die Feuerwehr beim Eintreffen am Einsatzort sofort mit der Menschenrettung oder den Löscharbeiten beginnen kann, da nicht zuerst eine Wasserversorgung von einem Hydraten oder einem offenen Gewässer aufgebaut werden muss. Dank neuester Technik ist es den Feuerwehrleuten möglich, bei Gebäudebränden bis zum Brandherd vorzudringen, etwa um Menschenleben zu retten oder die Flammen gezielt und effizient zu bekämpfen. Durch diesen sogenannten „Innenangriff“ werden Wasserschäden durch den sparsameren Umgang mit Löschwasser auf ein Minimum reduziert. Für solch spezielle Einsätze unter umluftunabhängigem Atemschutz sind 20 Kameraden ausgebildet. Bei Bränden an höheren Gebäuden, ist die 18 Meter hohe Anhängeleiter (AL18) eine hilfreiche Ergänzung zu den Steckleitern, die sich auf jedem Fahrzeug befinden. Bei solchen Einsätzen steht allerdings in der Regel auch die 23 Meter hohe Drehleiter aus Konz zur Verfügung.

Das zweite große Feld der Einsätze sind die sogenannten technischen Hilfeleistungen. Dazu zählt zum Beispiel das Retten von Personen nach Verkehrsunfällen. Mit dem Rüstwagen (RW1) eröffnet sich den Kameraden in Nittel ein weites Spektrum an Möglichkeiten. Die bekanntesten Geräte dieses Fahrzeugs sind die Rettungsschere und der Spreizer, sie werden in Kombination mit weiteren Rettungsgeräten zur Befreiung von eingeklemmten Personen aus verunfallten Fahrzeugen eingesetzt. Aber auch mechanische Hebeeinrichtungen, Beleuchtungs-, oder Schneidegeräte befinden sich auf diesem Fahrzeug, welches das einzige seiner Art in der VG Konz ist.

Für Einsätze auf der Mosel steht das Rettungstransportboot zur Verfügung, mit dem, oftmals in länderübergreifender Zusammenarbeit mit den Rettungskräften aus Luxemburg, Rettungs- und Bergungsmaßnahmen auf dem Gewässer durchgeführt werden. Das Mannschaftstransportfahrzeug mit seiner Ladefläche kann vielseitig bei jeder möglichen Einsatzart genutzt werden, wichtig ist es meistens für den Transport der Mannschaft, da in den anderen Fahrzeugen oft nicht genügend Feuerwehrleute untergebracht werden können.

Die einzelnen Fahrzeuge sind für verschiedenste Arten von Einsätzen ausgelegt. In der Praxis rücken sie meist gemeinsam aus. Beispielsweise muss auf der einen Seite bei einem Verkehrsunfall wegen der Brandgefahr auch immer ein wasserführendes Fahrzeug wie das TLF ausrücken, auf der anderen Seite werden bei Bränden auch Schneide- oder Brechwerkzeuge, Stromerzeuger und Beleuchtungsgeräte des RW1 benötigt.

  

Einsätze in jüngerer Vergangenheit

Feuerwehren sind kommunale Hilfsorganisationen, die für die Beseitigung einer Vielzahl von Gefahrensituationen eingesetzt werden. Dazu zählen neben den oben genannten Aufgaben beispielsweise auch die Folgen von Naturkatastrophen oder aber die Suche nach vermissten Personen.

1983 suchte ein Hochwasser der Mosel den Ort heim, wie es seither nie wieder aufgetreten ist. Gleich zweimal in diesem Jahr trat die Mosel meterhoch über ihr Ufer und stellte Teile des Dorfes unter Wasser. Hochwassereinsätze gingen in den letzten Jahren stark zurück, dies ist wahrscheinlich auch eine Folge verschärfter Vorsichtsmaßnahmen. Eng verwandt mit den Einsätzen bei Überschwemmungen sind jedoch solche nach unwetterartigen Niederschlägen, bei denen vereinzelt immer wieder Wasser in Häuser eindringt.

In den vergangenen Jahrzehnten wurden die Floriansjünger bei vielen Einsätzen bis an ihre Grenzen belastet. Ein solches Beispiel ist das Zugunglück in Konz im Oktober 1999. Damals wurde die Feuerwehr Nittel alarmiert, doch schnell wurde deutlich, dass die Möglichkeiten der technische Hilfeausrüstung bei Zugunglücken stark eingeschränkt sind. Die Feuerwehrleute kämpften bis an die Grenze ihrer Belastbarkeit und schafften es, nach acht Stunden einen schwerverletzten Arbeiter aus einer Lokomotive zu retten. Ein deja vue wird es glücklicherweise wohl nicht geben, für solche Situationen steht heute ein Fahrzeug mit Spezialausrüstung, das Containerfahrzeug „Rüst-Schwer“, in Konz bereit.

In nahezu regelmäßigen Abständen werden die Feuerwehrkameraden gerufen, um Personen nach Verkehrsunfällen aus Autofraks zu retten. Die meisten Hilfeleistungseinsätze, bei Verkehrsunfällen fährt die Feuerwehr Nittel auf der viel befahrenen B419.

Brandeinsätze zählen auch heute noch zu den häufigsten Hilfeleistungen der Feuerwehr. Im Gegensatz zu früheren Zeiten kommt es jedoch seltener zum Brand ganzer Häuser. In den meisten Fällen handelt es sich um Zimmerbrände. Während die Möglichkeiten der Menschenrettung und der Brandbekämpfung im brennenden Gebäude noch vor einem Jahrzehnt stark begrenzt waren, haben sich in den letzten Jahren – vor allem aufgrund besserer Schutzkleidung – neue Chancen eröffnet, direkt an den Brandherd vorzudringen und durch gezielte Löschmaßnahmen außerhalb der brennenden Räume kaum Schäden zu hinterlassen. Diese Techniken befinden sich noch in der Entwicklungsphase und werden ständig verbessert. Um dabei auf dem neusten Stand zu bleiben, ist es wichtig, die Ausbildung regelmäßig anzupassen.

Die Feuerwehr in der Verbandsgemeinde

Die Feuerwehren der VG Konz bilden heute de facto eine einzige Feuerwehr, mit der Stützpunktwehr in Konz, der Schwerpunktfeuerwehr in Nittel und den örtlichen Wehren. Die Feuerwehren der VG Konz sind eine Institution der Verbandsgemeindeverwaltung. Der Bürgermeister der VG setzt einen Wehrleiter ein, der in dessen Auftrag die Wehren leitet. Gemeinsam mit der Feuerwehr Konz hat die Feuerwehr Nittel heute die Aufgabe, bei Bränden in der gesamte Verbandsgemeinde, binnen der gesetzlich vorgeschriebenen Einsatzzeiten, als Verstärkung der örtlichen Wehr, vor Ort zu sein. Darüber hinaus ist die Feuerwehr Nittel auf technische Hilfeleistungen, wie sie etwa bei Verkehrsunfällen benötigt werden, spezialisiert. Da die Finanzierung einer Feuerwehr vor allem im ländlichen Raum für die Kommunen sehr kostspielig ist, ist ein umfangreiches persönliches Engagement der 36 freiwilligen Feuerwehrleute notwendig. Viele Leistungen, für die der VG die finanziellen Mittel fehlen, müssen von den Feuerwehrmännern und –frauen in Eigenleistung erbracht werden. Um diese Arbeit zu fördern existiert ein Förderverein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, auf der einen Seite, finanzielle Unterstützung bei der Beschaffung von Ausrüstungen zu leisten und auf der anderen Seite die Jugendarbeit im Rahmen der Jugendfeuerwehr voranzubringen. Der Förderverein trägt außerdem dazu bei, dass ein geselliges Vereinsleben im Rahmen der Feuerwehr aufrecht erhalten wird. Vorsitzender des Vereins ist Arno Scheuer sein Stellvertreter ist Michael Mertes. Die Finanzierung des Fördervereins setzt sich einerseits aus zehn Euro Mitgliedsbeitrag pro Jahr und Mitglied, aber auch aus Einnahmen von Veranstaltungen, wie die jährliche stattfindenden „Tage der offenen Tür“ zusammen.

Die Feuerweh Nittel 2012 - 2013

Im Jahr 2012 wurde das Feuerwehrgerätehaus in eigener Regie generalüberholt.

Um dies zu realisieren, haben die Feuerwehrkameraden etliche Stunden investiert um das Gerätehaus in neuem Glanz erscheinen zu lassen. Das Hauptaugenmerk lag auf der Neugestaltung des Schulungs- und Kameradschaftsraumes der nun mit neuer Technik multifunktionell eingerichtet ist.

Der Treppenraum und der Hallenboden wurden überarbeitet.
Nach der Jahreshauptübung (Gasexplosion in der Grundschule) wurde der Kamerad Alex Gaspar, nach 45 Jahren aktivem Dienst in der Feuerwehr verabschiedet. Er ist nun in der Alterswehr tätig und unterstützt in dieser Funktion die aktiven Kameraden. Christian Mees wurde ab diesem Zeitpunkt zum Brandmeister ernannt und begleitet die Funktion des Gruppenführers, insbesondere zur Führungsunterstützung. Sascha Apel übernahm 2012 die Funktion der Schulklassenbetreuung um das Interesse für die Feuerwehr und die allgemeine Hilfe zu wecken und neue Mitglieder für die Nachwuchsabteilung zu gewinnen. Leider ist seit diesem Jahr die Jugendfeuerwehr Nittel wegen Nachwuchsmangel nur bedingt einsetzbar.

Auch die Aufgaben und Ausrüstung unserer Wehr sind erweitert worden. Diverses Spezialwerkzeug, eine Wärmebildkamera, sowie ein Ausrüstungssatz(GAMS +) nebst Gasmessgerät zur Durchführung von unaufschiebbaren Erstmaßnahmen im Gefahrstoffeinsatz wurde beschafft.


Mario Gaspar, der 2009 zum Wehrführer gewählt wurde, übernimmt 2013 die Funktion des Wehrleiters  der VG Konz und löst den bis dahin langdienenden Werner Jakobs aus Pellingen ab. Die Nachfolge des Wehrführers Nittel übernimmt ab diesem Zeitpunkt Frank Müller. Die Position des Stellvertreters behält Andreas Lauer.

 

Ein wichtiger Punkt in 2013 wird ein Neuaufbau der Nachwuchsabteilung und die Gründung einer Bambini-Feuerwehr sein. Ebenso erhält unser Gerätehaus eine Absauganlage für die Fahrzeugabgase.